Der Fänger im Roggen sollte vielen ein Begriff sein. Mir ist zumindest bekannt, dass sehr viele Leute, dieses Buch, als ihr Lieblingsbuch nennen, sogar der Attentäter von John Lennon.
In den 50er Jahren von den Kritikern eher weniger beachtet, wurde es in der jüngeren Generation zu DEM Buch, was ihre Gefühle und Wünsche beschrieb. Zu der Zeit war es eines der meist rezensierten Bücher an Schulen und Unsiversitäten.
Die Handlung ist eigentlich sehr simpel, der 16jährige Holden wird von einem Internat geworfen, da er in vier von fünf Fächern durchgefallen ist. Eigentlich könnte er noch bis zum Ferienanfang an dem Internat bleiben, er entschließt sich aber kurzerhand in seine Heimatstadt New York zu fahren. Seine Eltern rechnen erst in drei Tagen mit seiner Ankunft, so taucht er in einem Hotel unter. Sexuelle Annährungen Frauen gegenüber scheitern, bis ihn ein Hotelmitarbeiter eine Prostituierte vermittelt, von dessen Zuhälter er schlussendlich verprügelt wird. Am Tag darauf trifft er sich mit einer alten Schulfreundin. Das Treffen endet aber in einem Streit, da er ihr vorschlug mit ihm in den Westen zu flüchten. Der sensible Junge verkraftet auch diesen Rückschlag und besucht seine 9jährige Schwester, die ihm sehr wichtig zu sein scheint, sodass es seine Eltern nicht merken. Er findet einen Schlafplatz bei seinem alten Lehrer. Der 16jährige Holden hat allerdings Angst vor den sexuellen Annährungen des Mannes und schläft letztendlich am Bahnhof. Am Tag darauf trifft er sich wieder mit seiner Schwester und erzählt ihr von seinen Fluchtplänen. Seine kleine Schwester möchte mitkommen, deshalb verspricht er ihr wieder nach Hause zu kommen und geht mit ihr in den Zoo.
Das ist eines dieser Bücher, was nicht von der Handlung lebt, sondern von dem Gefühlsleben des Protagonisten. Er sieht sich in dem Buch selber als der Fänger im Roggen und würde gerne Kinder vor dem Erwachsenwerden beschützen. Er hält die Welt der Erwachsenen für kalt und ungerecht und möchte selbst kein Teil dieser Welt sein, spürt aber die gesellschaftlichen Zwänge, die ihn wütend machen. Diese brodelnde Wut spürt man das ganze Buch über. Die sensible und tiefgehende Menschenkenntnis, die Schonheit der Kleinigkeiten und die Ablehnung der gesellschaftlichen Regelen sind die tragenden Pfeiler einer tragischen Geschichte, wie sie jedem Jugendlichen widerfahren, der sich nunmal mit dem Erwachsenwerden beschäftigen muss. Ein prägendes Buch, dass auch noch nach 60 Jahren seine Bedeutung nicht verliert.
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